Verflüssiger reinigen: Anleitung und Intervalle
Ein verschmutzter Verflüssiger kostet zweistellig Prozent Strom. Reinigungsverfahren für Lamellen- und Mikrokanalblöcke, richtige Reiniger und typische Fehler.
Die Verflüssigerreinigung ist die Wartungsmaßnahme mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Einsparung — und die, die am häufigsten ausgelassen wird.
Warum es so viel ausmacht
Jedes Kelvin höhere Verflüssigungstemperatur bedeutet rund 2 bis 3 Prozent mehr Leistungsaufnahme. Ein stark verschmutzter Lamellenblock hebt die Verflüssigungstemperatur ohne Weiteres um 8 bis 12 K an — das sind 20 bis 35 Prozent Mehrverbrauch, dauerhaft.
Dazu kommen die Folgeschäden: höherer Hochdruck belastet Verdichterlager und Ventilplatte, die Heißgastemperatur steigt, das Öl altert schneller. Hochdruckstörungen an heißen Sommertagen sind fast immer ein Verschmutzungsproblem.
Intervalle
| Umgebung | Intervall |
|---|---|
| Technikraum, sauber | jährlich |
| Außenaufstellung, Stadt | jährlich |
| Küchenabluft, Fettbelastung | halbjährlich |
| Bäckerei (Mehlstaub) | halbjährlich |
| Landwirtschaft, Sägewerk | vierteljährlich |
| Nähe Baustelle | anlassbezogen |
Vorher: messen
Vor der Reinigung Hochdruck und Umgebungstemperatur notieren. Die Differenz zwischen Verflüssigungstemperatur und Ansaugluft (Temperaturdifferenz, ΔT) liegt bei sauberem Block je nach Auslegung bei 10 bis 15 K. Deutlich darüber heißt: verschmutzt oder Ventilator zu schwach.
Nach der Reinigung dieselbe Messung — so ist der Erfolg belegbar und der Kunde sieht, wofür er zahlt.
Reinigung Lamellenblock (Kupfer/Aluminium)
- Spannungsfrei schalten, Ventilatoren gegen Anlauf sichern
- Grobschmutz trocken entfernen — Bürste, Druckluft, Laub und Flusen
- Von innen nach außen spülen, also entgegen der normalen Luftrichtung. Wer von außen spült, drückt den Schmutz tiefer in den Block.
- Reiniger je nach Verschmutzung: alkalisch bei Fett (Küchenabluft), sauer bei Kalk und Oxid. Einwirkzeit laut Datenblatt, nicht antrocknen lassen.
- Gründlich nachspülen — Reinigerrückstände greifen Aluminium über Monate an
- Lamellen richten mit Lamellenkamm passender Teilung
- Ventilatoren prüfen: Lagergeräusch, Stromaufnahme, Drehrichtung, Schutzgitter frei
Mikrokanal-Verflüssiger: vorsichtiger
Vollaluminium-Mikrokanalblöcke vertragen keinen Hochdruckreiniger. Die feinen Kanäle verformen sich dauerhaft und die Leistung ist danach messbar schlechter.
- Nur schwacher Wasserstrahl, maximal etwa 5 bar
- Ausschließlich pH-neutrale, aluminiumfreigegebene Reiniger
- Stark alkalische Mittel lösen Material ab und führen langfristig zu Undichtigkeiten
- Von innen nach außen, wie beim Lamellenblock
Häufige Fehler
Hochdruckreiniger auf Lamellen. Legt die Lamellen um, der Luftdurchsatz sinkt — das Gegenteil des Ziels.
Von außen gespült. Schmutz wandert in die Blockmitte und ist dort nicht mehr erreichbar.
Falscher Reiniger auf Aluminium. Stark alkalisch greift an; die Schäden zeigen sich erst nach Monaten als Korrosionslöcher.
Elektrik nicht abgedeckt. Klemmkasten, Motor und Fühler vor dem Spülen abdecken.
Nur den Verflüssiger gemacht. Verdampfer, Tauwasserwanne und Ablauf gehören zum selben Wartungsgang.
Was noch in den Wartungsgang gehört
- Kältemittelfüllung über Schauglas und Unterkühlung prüfen
- Dichtheitsprüfung nach F-Gase-Verordnung (ab 5 t CO₂-Äquivalent, je nach Füllmenge jährlich bis vierteljährlich)
- Verdichter: Ölstand, Ölfarbe, Stromaufnahme, Laufgeräusch
- Abtauung: Heizpatronen messen, Ablauf auf Durchgang prüfen
- Türdichtungen und Streifenvorhang kontrollieren
- Regler: Sollwerte, Abtauparameter, Fühlerwerte dokumentieren
- Schaltschrank: Klemmen nachziehen, Schützkontakte sichten
Reiniger für Aluminium und Kupfer, Lamellenkämme, Ersatzventilatoren und Filtertrockner liefern wir ab Lager — pH-neutrale Produkte ausdrücklich für Mikrokanalblöcke gekennzeichnet.
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